Kölner Stadt-Anzeiger, Reihe „Deutsche Zustände“, 9. Juli 2026
Das Verständnis von Verantwortung verändert sich tiefgreifend: Für Ältere war sie mit Leistung, Kontrolle und Status verbunden, Jüngere wollen eingebunden sein in einen gemeinschaftlichen Prozess. Eine neue rheingold-Studie zeigt, dass die Bereitschaft zur Verantwortung nicht verschwindet, sondern sich in überschaubare Lebenswelten verlagert – und die Arbeitswelt zur Stabilitätsinsel wird. Stephan Grünewald beschreibt fünf Faktoren, die Menschen in Verantwortung bringen, und warnt: Wer immer neue Sündenböcke definiert, delegiert die Zukunftsgestaltung am Ende an vermeintliche Heilsbringer – ob sie nun Jürgen Klopp heißen oder Künstliche Intelligenz.